Sugarman

Hollywood lässt mit Handkuss grüssen, denn die sagenhafte Story von Sixto Rodriguez passt in die Märchenfabrik wie das Tüpfelchen aufs i.

Sixto Rodriguez, aufgewachsen in der “Blue Collar” Workingclass von Detroit und gesegnet mit einem beispiellosen Musiktalent. Was wie ein Märchen klingt, endet so abrupt, wie es begonnen hat und wird Jahrzehnte später auf wundersame Weise wiederbelebt.
Zwar rühmen die Produzenten den Stil Rodriguez und seine Begabung tiefgehende sozialkritische Liedertexte zu verfassen, doch der neue vermeintliche Stern am amerikanischen Musikhimmel der frühen 70er Jahre verblasst unter mangelndem Absatz und schlechten Charts.
Etwa zeitgleich im abgeschotteten Südafrika bringen die Liedertexte der nach Freiheit strebenden Bevölkerung Hoffnung und Rodriguez wird Teil ihres Widerstands gegen das totalitäre Apartheid Regime. Seine beiden Alben verkauften sich in Südafrika millionenfach, doch ohne Wissen des in Amerika gescheiterten Musikers.
Der Mythos um seine Person und seinen vermeintlich spektakulären Freitod führt schliesslich zur hartnäckigen Suche eines Musikjournalisten nach Anfang und Ende der Rodriguez Saga. Und an diesem Punkt wendet das Blatt, denn Rodriguez ist quicklebendig und führt ein einfaches aber glückliches Leben als Bauarbeiter in Detroit.
Der Dokumentarfilm “Searching for Sugar Man” von Malik Bendjelloul ist von den Gegensätzen der geographischen Schauplätze geprägt und zeigt uns auf einfühlsame Art und Weise einen zufriedenen Menschen, der nichts bereut und keinem verlorenen Ruhm und verpasstem Reichtum nachtrauert.
Somit bleibt Rodriguez das Symbol des Widerstands gegen alle Widrigkeiten, sei es nun der totalitäre Staat am südlichsten Spitz Afrikas oder die Armut und Hoffnungslosigkeit in den düsteren Gassen Detroits. Es ist eine zutiefst berührende Geschichte begleitet von fantastischen Songs und einer grossartig unverkennbaren Stimme Rodriguez.



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